|
Das Archiv legt ein beredtes Zeugnis der Luxemburger Vergangenheit ab, ob es sich dabei um Politik, Religion, Kultur sowie soziale oder ökonomische Gegebenheiten handelt. Somit gehört es zu den größten Reichtümern unseres nationalen Erbgutes und ermöglicht ein besseres Verständnis der Geschichte unseres Landes. Das Archiv entstand zur Zeit der Grafschaft Luxemburg.
Der Zugang zum Archiv blieb lange Zeit den Verwaltungen vorbehalten. Öffentlich zugänglich wurde es erst durch einen im Jahre 1829 vom Gouverneur Willmar veröffentlichten Beschluss, der besagt das Archiv sei „zugänglich allen bekannten Personen, welche vertrauenswürdig sind und vorhaben, Nachforschungen anzustellen im weiteren Interesse der Landesgeschichte“
Der erste Regierungsarchivar, Louis Deny, wurde am 19. Februar 1840 ernannt.
Die Urkunden und Dokumente wurden sowohl im Regierungsgebäude als auch im Gerichtsgebäude aufbewahrt, und dies unter bedauernswerten Zuständen. Im Jahre 1869, nach dem Umzug aller Verwaltungsstellen der Regierung ins alte Refugium des Sankt-Maximin-Klosters, wurden sämtliche Archivalien im zweiten Stock dieses Bauwerkes untergebracht.
Nach längeren Vorüberlegungen und Gesprächen leitete Staatsarchitekt Charles Arendt im Jahre 1884 den Bau einer Aufbewahrungsstelle für das Staatsarchiv. Es handelte sich um ein Zusatzgebäude im Hof des Regierungspalastes (früheres Refugium von Sankt-Maximin).
Im Rahmen eines groß angelegten Urbanisierungsvorhabens wurde besagtes Gebäude im Jahre 1933 allerdings erneut eingerissen. Die Archivbestände lagerten provisorisch im Terres Rouges -Gebäude, sowie im Getreidespeicher der früheren Festungsanlage.
Ab 1927 gab es immer wieder Bemühungen, passende Örtlichkeiten für das Aufbewahren und Lagern der Regierungsarchivalien zu finden. Dies war die Zeit der Provisorien.
Nachdem Umbauten der Freiwilligenkaserne auf dem Heilig-Geist-Plateau die Aufnahme des Regierungsarchivs ermöglichten, konnte das Archiv – das ab 1958 die Bezeichnung „Staatsarchiv“ trägt - im Jahre 1968 dort einziehen. An diesem Ort befindet sich das Archiv auch noch heute.
Im Laufe der Jahre wurden die Lagerungs- und Aufbewahrungskapazitäten vergrößert, indem das Untergeschoss des neuen Zentralpostamtes im Bahnhofsviertel Luxemburg sowie ein Teil des unterirdischen Parkplatzes auf dem Heilig-Geist-Plateau umgestaltet und zur Verfügung gestellt wurden.
Seit einem Jahrzehnt etwa wächst die Anzahl der Archivnutzer kontinuierlich an und damit auch das Bedürfnis nach größeren Räumlichkeiten.
Günstigere Empfangs- und Arbeitsbedingungen müssten längst allen Historikern, jungen Forschern, Hobby-Genealogen und anderen Besuchern zur Verfügung stehen, damit diese ihren Durst nach geschichtlicher Wissenserweiterung stillen können.
Im Übrigen haben die Bestände des Archivs stark zugenommen. Die Aufbewahrungs- und Lagereinrichtungen, müssten daher ebenfalls dringend erweitert werden.
Der Beschluss, die neue Stätte des Nationalarchivs auf Esch-Belval zu errichten, wird diesen veränderten Anforderungen gerecht werden.
|